Aktive Überbruchs – Kontraktionen

Wir haben im Kapitel embryonale Überbruchskontraktionen gesehen, dass der Muskel, wenn er zu stark belastet wird, bricht. Dabei ergibt sich ein neuer Kraftimpuls, der normal, das bedeutet im rechten Winkel zur Kraftrichtung des Muskels, gerichtet ist. An dieser Stelle sind wir so weit, den Vorgang genauer zu verfolgen.

Der Kraftimpuls wirkt auf der ganzen Länge des Muskels, deswegen bildet sich eine Kraftfläche. Diese Fläche geht nun mehrere Male um den Muskel herum und wird anschließend plan.

Warum der Muskel so bricht, kann der Verfasser nicht erklären. Er kann alleine den Sachverhalt feststellen.

Die Ebenen als Haut interpretieren

Wir sehen, dass die Kraft des Muskels nicht nur in eine paradoxe Richtung geht, sondern sogar einer Spirale um ihn herum bildet. Wenn bei aktiven Überbruchskontraktionen eine Menge von Muskeln in der beschriebenen Art brechen, so führt das dazu, dass wir eine Menge Ebenen in uns drinnen haben, die vorher nicht da waren. Diese Ebenen ähneln in Ihrer Beschaffenheit der Körperhaut und werden auch so empfunden.

Wenn unsere Körperhaut in seiner virtuellen Fläche wächst, so steigert sich unsere Empfindlichkeit der Außenwelt gegenüber. Wir haben zu einem echten Quadratmeter Außenhaut plötzlich 5 oder 10 virtuelle dazu. Im schlimmsten Falle verlieren wir jegliches Innen, weil auch in uns drin, wo die Muskeln sind, eine Art Außenhaut hineingezogen ist.

Um dem Eindringen der Außenwelt entgegen zu wirken, sollten wir uns um einen Schutzanzug bemühen. Dieser kann nur gedacht sein – oder real aus Kleidung, Körpermuskeln oder Schminke bestehen.

Die Ebenen greifen ineinander

Ein einzelner Muskel bricht nicht für sich alleine. Die Überbruchs-Ebenen halten einander fest. Ein Muskel wirkt sich auf andere Muskel aus (siehe Bild).

Wir können uns vorstellen, dass die kräftigsten Muskeln die stärksten Überbruchsebenen und -rohre aufbauen.

Dieses Bild verspricht uns – nur scheinbar – einige Vorteile: Die Röhren verstärken die Kraft des Muskels und unterstützen das Skelett in seiner Statik. Die Eben scheinen brauchbar zu ein, um Strömungen, und damit Implosionen zu bremsen.

Eine gerollte virtuelle Ebene fühlt sich an wie ein formbarer Teig, an dem wir herumkneten können.

Konstruktion eines „Gestells“

Nun können wir mit diesen Formen arbeiten, zum Beispiel ein Rohr in das andere stecken oder eine Ebene in die andere wickeln. Wir verfügen über folgendes Baumaterial: Es gibt Flächen, insbesondere gerollte Flächen, deutbar als Stangen und als Bindematerial Ebenen, die einander festhalten. Das Ganze bildet eine Art Gestell mit Stangen und Flächen.

Ein ähnliches Modell verwendet Heidegger in seinem Vortrag „die Technik und die Kehre“. Auch er spricht von einem „Gestell“. Der Text kann >> hier << nachgelesen werden.

Im Inneren der Röhre

Wir sehen nun relativ klar nicht nur ein Ding namens „Gestell“ sondern auch eine Tätigkeit des „Stellens“. Im Inneren der Röhre erodieren die Körperpunkte in Richtung Herzzentrum – oder nach unten oder nach oben. Was zur Folge hat, dass wir versuchen diese Körperpunkte wieder „vorzustellen“, also an den ursprünglichen Platz zurück zu hieven.

Die Röhren um die Muskel empfinden wir widersprüchlich. Zum einen hilft jedes Rohr, ein Gestell aufrecht zu erhalten. Zum anderen bricht der Muskel in sich zusammen. Beides ereignet sich gleichzeitig, Stellen und Zusammenbruch, und der Implosionswehrer weiß gar nicht mehr, wie sich das echte, muskulationsfreie Stück Fleisch anfühlt.

Das Korsett um den Muskel drängt zum Handeln. Wir haben keine Zeit, alles muss sofort geschehen. Heidegger nennt das (irgendwo in „Sein und Zeit“): „zeitliche Gestrecktheit“ . Wobei sich der Verfasser eher über eine zeitliche „Gepresstheit“ ärgerte – oder wie kann man das Gegenteil von „Gestrecktheit“ nennen?


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